Reinräume sind streng kontrollierte Produktionsumgebungen, in denen Luftströmung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Partikelkonzentration kontinuierlich geregelt werden.

Der Reinraum als Präzisionssystem


Ein Halbleiter-Reinraum wird oft als Raum beschrieben. In der Praxis funktioniert er jedoch eher wie eine riesige Maschine von der Größe einer Fabrik.

Die Luftzufuhr erfolgt über Decken, die für eine gleichmäßige Strömung und Partikelkontrolle ausgelegt sind. Druckgradienten werden so abgestimmt, dass die empfindlichsten Prozessbereiche geschützt sind. Die von den Anlagen abgegebene Wärme wird gegen die Anforderungen an Luftströmung und Luftfeuchtigkeit abgewogen, wobei Taupunkte von bis zu minus 50 Grad Celsius möglich sind. Die Lufttemperaturstabilität liegt bei plus/minus 0,001 Kelvin, die Luftfeuchtigkeit wird auf Zehntelprozent genau geregelt.

Exyte bringt mehr als fünfzig Jahre Erfahrung mit Reinräumen und kontrollierten Umgebungen in diese Aufgabe ein. Diese Räume sind nicht als architektonische Hüllen konzipiert, sondern als Produktionssysteme, die über mehrere Technologiegenerationen hinweg kontinuierlich funktionieren müssen.
Ultra-pure water treatment system used in semiconductor manufacturing facility infrastructure.

Die Halbleiterfertigung stützt sich auf umfangreiche Versorgungssysteme, darunter Reinstwasser, Spezialgase, Prozesschemikalien und eine Infrastruktur zur Abfallaufbereitung.

Die Systeme hinter dem Prozess


Über die Werkzeuge hinaus ist die Halbleiterfertigung auf sogenannte kritische Teilsysteme angewiesen. Dabei handelt es sich um Systeme, die die für den Prozess erforderlichen Ressourcen bereitstellen und die dabei entstehenden Produkte sicher abführen.

Dazu gehören die Versorgung mit hochreinen Chemikalien und Spezialgasen, die Ableitung und Aufbereitung von Nebenprodukten sowie die Infrastruktur, die eine Kreuzkontamination oder ungeplante Exposition verhindert. Wenn diese Systeme ausfallen oder Abweichungen aufweisen, kommt die Produktion zum Stillstand oder es entstehen Ertragsverluste.

In einer typischen Halbleiterfabrik bedeutet dies Zehntausende physischer und funktionaler Verbindungen. Bei bis zu 2.000 Anlagen vor Ort und Dutzenden von Schnittstellen pro Anlage muss die Anlage weit über 100.000 einzelne Zu- und Ableitungsstellen für Strom, Gase, Chemikalien, Wasser, Abgase und Daten koordinieren.

Exyte entwickelt diese Teilsysteme als Teil der Gesamtanlage und nicht als isolierte Zusatzkomponenten. Über seine integrierte Tochtergesellschaft Exentec liefert das Unternehmen zudem Schlüsseltechnologien, die direkt in die Fabrik integriert werden, darunter Reinraumprodukte, Lüftungsanlagen, Abgassysteme, Gasreinigungsanlagen, Skids sowie Vor-Ort-Montagedienste für mechanische, elektrische und prozesstechnische Systeme.

Ein Großteil dieser Infrastruktur ist während des Betriebs unsichtbar. Ihr Erfolg misst sich daran, wie zuverlässig sie funktioniert.

Exyte realisiert Halbleiteranlagen mithilfe eines integrierten Ansatzes, der die Bereiche Planung, Bauleitung, Montage, Inbetriebnahme und Qualifizierung umfasst.

Die Fabrik als integriertes Gesamtsystem


Der Bau einer Halbleiterfabrik ist nicht nur eine Frage der Montage. Er gehört zu den komplexesten industriellen Vorhaben unserer Zeit. Es ist eine Herausforderung der Integration. Jede Verbindung ist Teil eines eng verzahnten Netzwerks, was bedeutet, dass die Fabrik selbst als ein einziges, hochkomplexes System funktioniert. 

In diesem Sinne ist die Fabrik nicht nur ein Gebäude, in dem Produktionsanlagen untergebracht sind, sondern eine hochentwickelte Maschine für sich. Eine Maschine, die vom ersten Tag an als Ganzes funktionieren muss. 

Das Leistungsspektrum von Exyte umfasst Beratung und Planung, Engineering und Konstruktion, Projekt- und Bauleitung, Beschaffung, Installation und Inbetriebnahme. Dazu gehören Reinräume, Anlagenausrüstung, die Verteilung von Prozesssystemen, die elektrische Infrastruktur, Schnittstellen zur Fertigungsautomatisierung sowie die Installation von Produktionsanlagen. 

Mit einer Erfolgsbilanz von mehr als vier Millionen Quadratmetern weltweit in Betrieb genommener Halbleiterproduktionsfläche und jahrzehntelangen Beiträgen zur Entwicklung moderner mikroelektronischer Infrastruktur hat sich dieser integrierte Ansatz bewährt, um Risiken genau dort zu reduzieren, wo Verzögerungen am kostspieligsten sind.

Off-site Manufacturing

Off-site Manufacturing

Der Off-Site-Manufacturing-Ansatz (OSM) von Exyte ermöglicht durch Modularisierung, Standardisierung und industrialisierte Umsetzung eine besser planbare Fertigstellung komplexer Anlagen. Erfahren Sie, wie OSM eine beschleunigte Projektabwicklung in den Bereichen Halbleiter, Biopharma und Life Sciences, Batterien sowie Rechenzentren unterstützt.