Die auf einer begrenzten Grundfläche errichtete Fabrik verfügt über eine umfangreiche unterirdische Versorgungsinfrastruktur und zeichnet sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad aus.

Herkömmliche Planungsansätze neu überdenken

Um das Projekt trotz erheblicher Platzbeschränkungen erfolgreich umzusetzen, musste Exyte herkömmliche Planungsansätze überdenken. Anstatt nach außen zu expandieren, bestand die Lösung darin, nach unten zu bauen und so eine Einschränkung in ein charakteristisches Merkmal des Projekts zu verwandeln. Im Gegensatz zu den meisten Halbleiteranlagen, bei denen wichtige Nebengebäude wie das Central Utilities Building (CUB) um die Hauptfabrik herum angeordnet sind, ließ die begrenzte Grundfläche keinen Raum für eine horizontale Erweiterung. Exytes Lösung bestand darin, den Großteil der technischen Infrastruktur unter die Erde zu verlegen.

Manuel Magg, Projektleiter bei Exyte

Parallele Fortschritte bei der Fertigung außerhalb des Standorts

Exyte setzte bei diesem Projekt in großem Umfang auf die Fertigung außerhalb des Standorts (OSM) als strategische Maßnahme, um eine schnellere Fertigstellung zu gewährleisten und gleichzeitig die räumlichen Einschränkungen zu bewältigen. Ganze Teile der internen Infrastruktur der Fabrik, darunter die Chemie-, Gas-, Wasser-, Abwasser- und Abgassysteme, wurden im benachbarten Tschechien von Exentec, einem Unternehmen der Exyte-Gruppe, vormontiert. Diese Systeme wurden zu großen, vollständig integrierten Modulen mit Abmessungen von etwa sieben mal drei Metern zusammengefügt, bevor sie nach Dresden transportiert und direkt an ihren Bestimmungsort gehoben wurden.

„Dank OSM konnten wir die komplexesten Montagearbeiten an einem anderen Ort durchführen“, erklärt Magg. „Als die Module auf der Baustelle eintrafen, konnten sie sehr schnell installiert werden, anstatt Stück für Stück in einem sehr engen Gebäude zusammengebaut zu werden. Dieser Ansatz verbesserte die Sicherheit und die Termintreue und vereinfachte die Logistik, indem er die Risiken vor Ort reduzierte und eine parallele Fertigung und Montage ermöglichte.“

Stellvertretender Projektleiter, Mark Britton

OSM in die Vertikale

Für die Verteilung von Gasen, Chemikalien und Versorgungsleitungen im Gebäude war die Installation eines Netzwerks aus etwa 45 Meter hohen vertikalen Schächten erforderlich. Eine Installation dieser Systeme vor Ort hätte das Heben und Schweißen von Rohren mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter in großer Höhe erfordert, was den Zugang erheblich eingeschränkt und den Baufortschritt verlangsamt hätte. Stattdessen entwickelte Exyte große vertikale Steigleitungsabschnitte mit einer Höhe zwischen 18 und 20 Metern als vollständig fertiggestellte Baugruppen. Diese wurden von oben durch das offene Dach hereingehoben, an Ort und Stelle befestigt und nacheinander in den Schächten übereinandergestapelt. „Dieser Ansatz erforderte zwar zusätzlichen Planungsaufwand im Vorfeld, reduzierte jedoch die Installationszeit und die Überlastung vor Ort“, erklärt Britton.