Dresden

Die Person, die jeder anrief, geht in den Ruhestand

Karlheinz Quick geht nach fast 50 Jahren im Industriebau und drei Jahrzehnten bei Exyte an Dresdens Halbleiterstandorten in den Ruhestand. Seine Kollegen verabschieden sich von einer Persönlichkeit, die Teil der Industriegeschichte der Region wurde. Von den frühen Tagen der Halbleiterfertigung in Dresden bis hin zum Bau und Ausbau eines großen Halbleiter-Fab-Campus war er die Person, an die sich die Menschen wandten, wenn fundiertes Urteilsvermögen und eine praktische Lösung gefragt waren. 

Karlheinz Quick mit einem seiner Abschiedsgeschenke, einem 200-mm-Wafer aus den frühen Jahren der Fabrik.

Die Person, die jeder anrief, geht 

Während seiner Abschiedsfeier tauchte immer wieder eine Frage auf: „Wen sollen wir denn ab morgen anrufen?“ Was zunächst wie ein Scherz klingt, beschreibt sehr genau die Rolle, die Karlheinz Quicl jahrzehntelang gespielt hatte. Er war ein Ansprechpartner, ein Problemlöser, ein Ermöglicher - und für viele die Person, die man anrief, wenn es wirklich wichtig war.  

An seinem letzten Tag machten unzählige Anekdoten die Runde: von Reparaturen, die schneller abgeschlossen wurden, als irgendjemand erwartet hatte, von Ersatzteilen, die in zwei Stunden statt in drei Wochen organisiert wurden, und von Situationen, in denen scheinbare Unmöglichkeiten irgendwie zu Lösungen wurden. „In den 1990er Jahren herrschte hier in Dresden ein echter Aufbruchgeist. Viele internationale Spezialisten trafen auf die Motivation der Menschen in der Region. Gemeinsam mussten wir lernen und ein Netzwerk aufbauen, in dem die Menschen auch 30 Jahre später noch bereit waren, sich gegenseitig zu helfen.“